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Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

…vor allem, wenn es ums Web-Hosting geht! 

Die letzten Jahre über hatte ich alle meine Domains (ein paar eigene sowie einige, die ich für Freunde verwalte) in zwei verschiedenen Hostingpaketen bei 1&1 laufen…und war zugegebenermaßen eigentlich recht zufrieden, was die technische Seite anbelangt. Leider hatte ich zuweilen einige Probleme mit deren Vertragsabteilung wie auch mit der Buchhaltung – falsche Rechnungen, unberechtigte Mahnungen und ähnliche Patzer. Da ich für die Inhalte einiger Sites nun auch serverseitig PHP- und SQL-Unterstützung haben wollte, dies aber in meinen verwendeten Paketen nicht enthalten war, blieb mir nichts anderes übrig, als einen der bestehenden Verträge upzugraden und dort dann alle Domains zusammenzufassen. Als es dabei erneut Probleme gab und mir dann geraten wurde, “einfach einen ganz neuen, weiteren Vertrag abzuschließen und alle Domains per KK-Antrag umzuziehen”, traf ich die Entscheidung, die bestehenden Verträge tatsächlich zu kündigen und dann aber komplett zu einem anderen Provider umzuziehen! An der Richtigkeit dieser Entscheidung kommen mir inzwischen aber erhebliche Zweifel…

Der Provider meiner (vielleicht übereilten) Wahl war die Strato AG – einer der größten und bekanntesten Domain-Hoster Deutschlands. Doch was einem dort beim heutigen Stand der Technik zugemutet wird, ist nahezu inakzeptabel! Hat man nämlich in einem Vertragspaket mehrere Domains laufen, so gilt die als erstes angemeldete als Haupt-Domain und alle weiteren als Zusatz-Domains. Das wäre ja noch nicht weiter tragisch, wenn diese Zusatz-Domains individuell behandelt würden. Stattdessen dient die Haupt-Domain als großer dunkler Sack, in dem sämtliche Einstellungen der anderen Domains wie Kraut und Rüben einfach zusammengewürfelt werden! Ein paar Beispiele zu Verdeutlichung der Misere:

  • Jede der Zusatz-Domains funktioniert lediglich als Weiterleitung der Haupt-Domain!!? Somit muss man also innerhalb der Haupt-Domain Unterverzeichnisse anlegen, auf die dann bei Zugriff die URLs der Zusatz-Domains umgeleitet werden. Das gilt auch für den Zugriff per FTP: Gebe ich also jemandem die Zugangsdaten für den FTP-Transfer auf Domain X, hat diese Person automatisch auch Zugriff auf alle anderen Domains und deren Inhalte!
  • Noch schlimmer ist das bei der Erstellung und Verwaltung der Mail-Adressen! Da ja letztendlich alles unter einer Haupt-Domain läuft, kann es jedes Mail-Präfix (also das, was vor dem @ steht) nur einmal geben!! Somit kann man häufig als Standard verwendete Mail-Adressen wie “info@…” nur einmal für eine einzige Domain einsetzen – für die anderen Domains muss man sich dann gezwungenermaßen Alternativen ausdenken! Leben wir denn in der virtuellen Steinzeit oder machen die bei Strato es sich nur auf Kosten der Kunden so einfach?!? Die Rückfrage beim Support ergab dann lediglich ein lakonisches: “Naja, das war bei Strato schon immer so. Dann müssen Sie sich eben ein paar andere Namen einfallen lassen!”. Ja, geht’s noch?!?

Dazu kommt, dass es damit Spammern noch leichter gemacht wird: Schickt jemand irgendwelchen Müll an “info@domain1.de” landet die eben einfach bei “info@domain2.de”, falls es erstere Adresse nicht geben sollte! Oder ich lösche eine Mail-Adresse, weil sie zugespammt wird und verwende das Präfix unter einer anderen Domain – schon kommt massenweise Werbemüll an diese neue, eigentlich jungfräuliche Adresse!Als Krönung des Ganzen kommt zu guter Letzt noch das anachronistisch hässliche, uneinheitliche, unergomomische und unübersichtliche User-Interface dazu! Grottenhäßliches Page-Design, zusammengewürfelte Icons, unkomfortable Umwege bei der Einrichtung und Verwaltung…da hilft es wenig, wenn man versucht, den so genannten “Communicator” durch lieblos aus Apples Mac OS X zusammengeklaute Icons aufzuwerten! In Sachen Benutzerfreundlichkeit, Komfort, Ergonomie und Design könnte sich Strato auf jeden Fall beim fast schon vorbildlichen “Control Center” von 1&1 eine ganz dicke Scheibe abschneiden!

FAZIT: Enttäuschung und Ärger auf der ganzen Linie! Sich heutzutage bei einem der größten und bekanntesten Web-Hoster mit solchen Unzulänglichkeiten herumärgern zu müssen, ist eine absolute Zumutung! Wäre es nicht ein erneuter organisatorischer Aufwand – von den Kosten ganz abgesehen – dann wäre ich tatsächlich in Versuchung, den Provider erneut zu wechseln…

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